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17.5.2012 : 10:09 : +0200

Jahresbericht

über die Arbeit des Wissenschaftsbeirates der Vereinigung der Bobath-Therapeuten Deutschlands im Jahr 2010 und 2011

Nachdem mit dem Vortrag „Komplex und spezifisch - ein Widerspruch?“ von Ch. Grafmüller-Hell, G. Eckhardt und H.Viebrock während der Tagung der Vereinigung der Bobath-Therapeuten 2010  der Stand der Arbeit im Wissenschaftsbeirat verdeutlicht worden ist und von den TeilnehmerInnen mit viel Zustimmung zur Kenntnis genommen worden ist (siehe auch dazu „Bewegung und Entwicklung“ Heft 1/2010),  konnte der Wissenschaftsbeirat seine Diskussion  weiterführen.

An Hand der im Vortrag formulierten offenen Fragestellungen zu den Begründungs- und Entscheidungsprozessen der Bobath-Therapeuten in ihrem therapeutischen Vorgehen, hat der Wissenschaftsbeirat in seiner Sitzung vom November 2010 mehrere Ideen für wissenschaftliche Projekte entwickelt. Zwei dieser Ideen sind inzwischen im Prozess der Konkretisierung:

Projekt 1

Thema: Wissensvermittlung und Wissenserwerb in der Bobath-Weiterbildung.

Mit diesem Projekt sollen  Erkenntnisse über den theoretischen Hintergrund bei den Begründungs-und Entscheidungsprozessen gewonnen werden. Es wurde von Herrn Prof. Jöbges in einer  Projektskizze entworfen und ist in mehreren Stufen konzipiert.
Die erste Stufe wird in einer  Masterarbeit an der Hochschule Krems (Österreich) bearbeitet. Neben den Hochschullehrern in Krems wird als Mitglied des Wissenschaftsbeirates der Vereinigung der Bobath-Therapeuten Herr Prof. Jöbges diese Arbeit begleiten. Die  Ergebnisse werden in der diesjährigen Sitzung des Wissenschaftsbeirates im November vorgestellt.

Projekt 2

Thema: Begründungs und Entscheidungsprozesse von Bobath-Therapeuten.

Zu diesem Themenkomplex haben Frau K.-F. Heise (Wissenschaftsbeirat), Hamburg,
Frau Prof. B. Lenck, Hamburg, Frau K. Munsch, Bremen und
Frau H. Viebrock (Wissenschaftsbeirat) einen Projektentwurf fertiggestellt.
Der Projektentwurf wurde in einem Gespräch mit Frau Prof. A. Probst und Frau Prof. U. Marotzki , Fachhochschule Hildesheim, vorgestellt  und dabei der Wunsch des
Wissenschaftsbeirates nach einer Kooperation mit der Hochschule Hildesheim vorgetragen.Eine solche Kooperation konnte verabredet werden. Beide Professorinnen sind an der Thematik sehr interessiert.
In einem weiteren Gespräch in Hildesheim wurden verschiedene Möglichkeiten der kooperativen Forschungsarbeit an der Hochschule angedacht. Diese würden sich bei einer detaillierten Vorbereitung eventuell im Wintersemester 2011/2012 und im Sommersemester 2012 konkretisieren lassen. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob Teile des Themas in einer  Masterarbeit bearbeitet werden können und  des weiteren in einer Dissertation umfassend erforscht werden können.  Dafür müsste eine weitere Kooperation mit einer promotionsberechtigten Universität gefunden werden.
Der Wissenschaftsbeirat der Vereinigung der Bobath-Therapeuten wird die inhaltliche Erarbeitung und Konkretisierung des Projektes begleiten. Mit diesen beiden Vorhaben nehmen wir konkrete, ergebnisorientierte und wissenschaftliche Arbeit auf, die sicher eine geraume Zeit in Anspruch nehmen wird. Wir hoffen, dass wir dabei zu Ergebnissen kommen, die uns einer wissenschaftlichen Fundierung unserer täglichen Praxis in einem weiteren Schritt näher bringen.
In der Skizzierung von Forschungsprojekten standen im Laufe der Diskussion immer wieder Finanzierungsfragen im Raum. Aus diesem Grunde hat die Koordinatorin des Wissenschaftsbeirates, Frau Viebrock, an einer Tagung des Hochschulverbundes „Gesundheitsfachberufe“ am 22.11/23.11 2010 in Bonn teilgenommen. Das Thema lautete: „Forschungsförderung und Forschungsstrukturen in den Gesundheitsfachberufen - Stand und Perspektiven.“ Die während der Tagung gewonnenen  Informationen sind der Vorsitzenden der Vereinigung der Bobath-Therapeuten Deutschlands, Frau Wodraschke-Hanke, übermittelt worden.
In Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Vereinigung müssen nun Perspektiven und Strukturen für die Finanzierung von Forschungsvorhaben entwickelt werden.
In dem Jahr 2010/2011 ist der Wissenschaftsbeirat nicht mehr der Frage nachgegangen:
“Was ist das Spezifische im therapeutischen Vorgehen einer Bobath-Therapeutin?“ .
Er hat sich vielmehr damit beschäftigt, Forschungsprojekte zu entwickeln, die das, was als „Bobath-spezifisch“ beschrieben worden ist, in geeigneter Form wissenschaftlich untermauern. Damit ist eine neue Ebene der Diskussion erreicht, die uns hoffentlich zu  weiteren brauchbaren Ergebnissen führen wird.


Für nähere Information stehe ich gerne zur Verfügung.


Bremen, 16.5.2011
Hille Viebrock
Koordination
Wissenschaftsbeirat der Vereinigung der Bobath-Therapeuten