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17.5.2012 : 10:14 : +0200

Das Bobath-Konzept in der Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit angeborener Hirnschädigung oder Entwicklungsstörung

Schon ab dem frühesten Säuglingsalter wird der betroffene Mensch in seiner Gesamtentwicklung gesehen und gefördert. Die Familienangehörigen werden intensiv eingebunden. Folgende Ziele können im medizinisch-therapeutischen Bereich beispielhaft formuliert werden:

Ärztlicher Bereich

Von ärztlicher Seite gilt es, den aktuellen Stand von Forschung und Wissenschaft insbesondere bezüglich der Aspekte sensomotorischer Entwicklung sowie neurophysiologischer und biomechanischer Grundlagen der Bewegungskontrolle zu verfolgen und diese in das therapeutische Konzept einzubringen. Für die ärztliche Diagnostik und Beratung ist ein eingehendes Verständnis der Pathophysiologie und neurologischer Krankheitsbilder ebenso Voraussetzung wie die Kenntnis kindlicher Entwicklung in ihrer komplexen gegenseitigen Beeinflussung von körperlicher, motorischer, geistiger sowie sozialemotionaler Reifung.

Physiotherapie

In der Physiotherapie liegen die Schwerpunkte in der Optimierung und Differenzierung der Bewegungsentwicklung, der Bewegungserfahrung und des Bewegungsverhaltens. Bei der Entwicklung eigener Bewegungsstrategien im therapeutischen Prozess werden im Besonderen die individuellen biomechanischen Gegebenheiten, die Interaktion und Kommunikation mit dem sozialen Umfeld des Kindes, Jugendlichen bzw. Erwachsenen berücksichtigt und somit sensomotorisches Lernen möglich

Ergotherapie

In der Ergotherapie geht es vor allem um Angebote und Hilfestellungen für eine verbesserte Körperwahrnehmung und die Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt, um sie im Handeln zu integrieren. Ein spezielles Anliegen ist die Förderung der handmotorischen, kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung in Verbindung mit Funktionen des Alltags.

Logopädie

In der Logopädie liegt das Hauptaugenmerk auf der Verbesserung der Sensibilität, Bewegungen und Funktionen im orofazialen Bereich. Dazu zählen die Förderung von Saugen, Kauen, Schlucken, Mund- schluss- und Speichelflusskontrolle. Zur Anregung der non-verbalen und verbalen Kommunikation wird auf mimische Veränderungen, Sprechatmung, Stimme und Artikulation geachtet und durch spezifische Hilfestellung unterstützt. Die medizinisch-therapeutische Arbeit findet Unterstützung und Ergänzung durch andere Fachkräfte wie PsychologInnen, Sonder- und SozialpädagogInnen.

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