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Das Bobath-Konzept in der Behandlung von Erwachsenen mit erworbener Hirnschädigung
Zum frühstmöglichen Zeitpunkt nach dem Ereignis bzw. der Feststellung der Hirnschädigung beginnt die medizinisch-therapeutische Rehabilitation.
Ärztlicher Bereich
Von ärztlicher Seite gilt es, den aktuellsten Stand von Forschung und Wissenschaft insbesondere bezüglich neurophysiologischer und biomechanischer Grundlagen der Bewegungskontrolle in das therapeutische Konzept miteinzubringen. Für die ärztliche Diagnostik und Beratung ist ein eingehendes Verständnis der Pathophysiologie und neurologischer Krankheitsbilder ebenso Voraussetzung, wie das Wissen um therapeutische Konzepte.
Aktivierende Pflege
Aufgabe der Krankenschwestern und -pfleger in der aktivierenden Pflege ist es, mit angepasster Hilfestellung die Eigenaktivität und Selbständigkeit des betroffenen Menschen bei der Lagerung, der Bewegung im und aus dem Bett heraus, der Körperpflege, dem Anund Auskleiden, Essen und Gang zur Toilette zu unterstützen. Sie helfen, das in der Therapie Erlernte in den Alltag umzusetzen und tragen durch individuelle Hilfsmaßnahmen dazu bei, mögliche Folgeschäden bei den Betroffenen zu vermeiden. Auch die Therapie von neuropsychologischen Störungen können sie durch adäquate Hilfe bei der Gestaltung und Strukturierung des Tagesablaufs unterstützen.
Physiotherapie
In der Physiotherapie ist es das Ziel, dass die Betroffenen wieder einen Zugang zu den Bewegungsmustern finden, die größtmögliche Unabhängigkeit ermöglichen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist Verbesserung des Gleichgewichts als Basis für normale selektive Haltung und Bewegung. Indem das Gleichgewicht den Haltungshintergrund für die jeweilige Aktivität liefert, ermöglicht es einen qualitativen und quantitativen Zuwachs im Bewegungs- und Funktionsrepertoire. Sämtliche Aspekte, die die Bewegung beeinflussen, beispielsweise biomechanische Gegebenheiten oder psychodynamische Prozesse, werden berücksichtigt und in die Behandlung mit einbezogen. Aufgabe des Therapeuten hierbei ist, dem Betroffenen von Anfang an durch gezielte Aktivitäten sensomotorisches Lernen zu rmög- lichen. Er sollte zunehmend aktiver und ökonomischer die für ihn notwendigen Handlungen durchführen können, sowie eigene Problemlösungsstragien bezogen auf seinen individuellen Lebenskontext finden.
Ergotherapie
In der Ergotherapie werden die Funktionen des täglichen Lebens wie Körperpflege, WC- und Badbenutzung, An- und Auskleiden, Aufgaben im Haushalt und bei der Freizeitgestaltung in Teilschritten (neu) erlernt bzw. im Sinne von gezieltem Selbsthilfetraining geübt. Eben- so wird die berufliche Wiedereingliederung durch geeignete Maßnahmen gefördert. Dies geschieht neben der sensomotorischen Be- handlung auch durch spezifische Beeinflussung der neuropsychologischen Handlungs- und Informationsverarbeitungsstörungen. Der Patient soll am alltäglichen Leben wieder aktiv und selbstbestimmt teilnehmen können.
Logopädie
Die Logopädie soll in erster Linie die verbale und non-verbale Kommunikation verbessern. Dazu gehört neben dem großen Gebiet der Sprachstörungen auch die Behandlung der Sprech- und Schluckstörungen. Die Verbesserung der Artikulation, Koordination von Atmung und Stimme und das Erreichen einer sicheren oralen Nahrungsaufnahme sind weitere Ziele.
Neuropsychologen
Neuropsychologen unterstützen Patienten und deren Angehörigen bei der Verarbeitung der Hirnschädigung und der daraus resultierenden Behinderung. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der spezifischen Diagnostik und Therapie der durch die Hirnschädigung erwor- benen kognitiven Störungen und der emotionalen Veränderungen des Verhaltens.
(Stand: September 2001)
