
Bobath und die Wissenschaft
Nicht nur Medikamente müssen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit untersucht werden: Um zu belegen, dass therapeutische Interventionen wie die Bobath-Therapie wirken, wird auch in diesem Bereich intensiv geforscht. Eine besondere Herausforderung besteht darin, neuen Forschungsergebnisse richtig zu verstehen und daraus Schlüsse für die Weiterentwicklung des Bobath-Konzeptes zu ziehen. Unterstützt wird der Vorstand der Vereinigung deshalb vom Wissenschaftsbeirat, der in allen wissenschaftlichen Fragen und Angelegenheiten berät.
Der Wissenschafts-beirat
Die Wissenschaftsbeirät*innen gehören verschiedenen fachlichen Disziplinen an und bringen ihre vielfältigen Erfahrungen aus Forschung und Praxis ein.
Wissenschaftliche
Herausforderungen
Evidence-based practice (EBP) ist inzwischen den meisten Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind, ein Begriff und bedeutet, dass die Behandlung von Patientinnen und Patienten soweit wie möglich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Für EBP braucht man also wissenschaftliche Erkenntnisse und genau diese liegen zum Bobath-Konzept bislang nicht flächendeckend und eindeutig vor. Zwar gibt es inzwischen Studien, in denen die Wirksamkeit der Bobath-Therapie untersucht wurde, die Qualität dieser Studien variiert jedoch und dementsprechend schwankt auch die Aussagekraft der Ergebnisse.
Das Bobath-Archiv
Das Bobath-Archiv wurde 2004 eingerichtet, um die Weiterentwicklung des Konzeptes zu unterstützen und gleichzeitig einen Rückblick auf die Entstehung sowie der Entwicklungen der Vergangenheit zu ermöglichen. Neben „klassischer“ Literatur enthält das Archiv auch Film- und Videoaufnahmen, Fotos, Unterrichtsunterlagen, Informationen zur beruflichen Biografie des Ehepaares Bobath u.v.m.. Für Forschende ist der Bobath-Archiv dementsprechend von großer Bedeutung!
Aufgaben des Wissenschaftsbeirates
Der Wissenschaftsbeirat der Vereinigung der Bobath-Therapeuten Deutschland e.V. unterstützt den Vorstand dabei, das Bobath-Konzept im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zu verorten und die Forschung rund um das Bobath-Konzept voranzutreiben. Die Beirätinnen und Beiräte helfen z.B. neue Studien und ihre Ergebnisse zu beurteilen und bei Bedarf Stellungnahmen zu verfassen, oder Forschungsförderungen auszuschreiben und eingereichte Projekte zu begutachten.
Multidisziplinäre Besetzung
für multidisziplinäre
Perspektiven
Die ehrenamtlich tätigen Beirätinnen und Beiräte werden vom Vorstand der Vereinigung in den Wissenschaftsbeirat berufen. Hierbei wird darauf geachtet, dass alle beruflichen Disziplinen, die mit dem Bobath-Konzept in Berührung kommen, vertreten sind: Mediziner*innen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pflegende.